ABU-Ratgeber

Der neue Rahmenlehrplan (nRLP) ABU einfach erklärt

Der Rahmenlehrplan ABU (nRLP) ist die Grundlage der Reform 2030. Wer verstehen will, was sich im allgemeinbildenden Unterricht ab 2026 ändert, kommt an diesem Dokument nicht vorbei: Es legt fest, welche Kompetenzen Lernende aufbauen und wie der ABU schweizweit ausgerichtet wird. Dieser Beitrag erklärt den nRLP kompakt — von den Lernbereichen über die zwölf Schlüsselkompetenzen bis zum Weg in den kantonalen Schullehrplan.

Was ist ein Rahmenlehrplan?

Ein Rahmenlehrplan ist eine nationale Vorgabe für den ABU. Der neue Rahmenlehrplan wurde vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erlassen und tritt 2026 in Kraft. Er bildet den verbindlichen Rahmen, den die Kantone und Schulen anschliessend in eigenen Schullehrplänen konkretisieren.

Der nRLP sagt also nicht im Detail, was in jeder einzelnen Lektion passiert. Er definiert den gemeinsamen Rahmen: die Kompetenzen, die Lernbereiche und die Logik des Qualifikationsbereichs. Die konkrete Ausgestaltung ist Sache der Kantone — im Kanton Zürich also des kantonalen Schullehrplans ABU.

Aufbau des nRLP

Der Rahmenlehrplan ABU (nRLP) ruht auf drei Säulen:

  • Zwei Lernbereiche: der Lernbereich Gesellschaft und der Lernbereich Sprache und Kommunikation.
  • Zwölf Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen, die über die beiden Lernbereiche hinweg aufgebaut werden.
  • Der Qualifikationsbereich Allgemeinbildung, der festlegt, wie die erworbenen Kompetenzen nachgewiesen werden.

Der Lernbereich Gesellschaft gliedert sich in acht Aspekte: Ethik, Identität und Sozialisation, Kultur, Ökologie, Politik, Recht, Technologie und Wirtschaft. Der Lernbereich Sprache und Kommunikation erfasst die sprachlichen Kompetenzen in verschiedenen Modi der Kommunikation.

Die zwölf Schlüsselkompetenzen

Den Kern des nRLP bilden die zwölf Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen. Sie werden nicht isoliert unterrichtet, sondern im Zusammenspiel mit den beiden Lernbereichen in einem Spiralcurriculum über die gesamte Lernzeit aufgebaut:

  1. Quellen unterscheiden
  2. Ziele setzen und anpassen
  3. Innovation und Problemlösungen entwickeln
  4. In Teams arbeiten
  5. Werthaltungen reflektieren
  6. Standpunkte begründen
  7. Verständnis fördern
  8. Lebensphasen planen
  9. Nachhaltig handeln
  10. Mit Wandel umgehen (Anpassung)
  11. Mit Mehrdeutigkeiten umgehen
  12. Partizipation

Diese Kompetenzen sind in variablen Situationen des privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Alltags einsetzbar. Genau darin liegt ihr Anspruch: Sie sollen über die Lehre hinaus tragen.

Vom Rahmenlehrplan zum Schullehrplan

Der nRLP ist die nationale Vorgabe, der Schullehrplan ihre kantonale Konkretisierung. Die Kantone legen die Themen, die Stundendotation und die Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren fest, einschliesslich des Umgangs mit künstlicher Intelligenz. In den Themen werden Lerninhalte aus beiden Lernbereichen verknüpft aufgebaut, und ausgewählte Schlüsselkompetenzen werden bewusst mitgefördert.

Für die Praxis heisst das: Lehrpersonen arbeiten nicht direkt mit dem nRLP, sondern mit dem kantonalen Schullehrplan, der den nationalen Rahmen für den eigenen Kanton ausbuchstabiert.

Was ändert sich gegenüber früher?

Im Vergleich zum bisherigen ABU bringt der nRLP zwei spürbare Verschiebungen: eine stärkere Handlungskompetenzorientierung und verbindlichere, schweizweit vergleichbare Standards. Der Unterricht wird konsequenter von realen Situationen und Kompetenzen her gedacht, und die Anforderungen werden über die Kantone hinweg vergleichbarer.

Fazit

Der neue Rahmenlehrplan ABU (nRLP) ist das nationale Fundament der Reform 2030: zwei Lernbereiche, zwölf Schlüsselkompetenzen und ein klar konzipierter Qualifikationsbereich, der von den Kantonen in Schullehrpläne überführt wird. Wer den Rahmen verstanden hat, kann den eigenen Unterricht gezielt darauf ausrichten. Passend dazu gibt es hier Einheiten nach dem neuen Rahmenlehrplan — direkt einsetzbar im Unterricht.